Dreifaches Crescendo

Dirigent: Jos van Immerseel
Solist: Thomas Bauer, Bariton

1874: nach zwanzig Jahren Grübeln und Skizzieren vollendet Johannes Brahms seine erste Sinfonie. Das Ergebnis wird von manchen zuweilen als ‚schubertianisch’ beschrieben, der starke Aufbau lässt dann wieder an Beethoven denken. Aber die Sinfonie Nr. 1 op. 68 ist doch vor allem Johannes Brahms: bahnbrechend, unvorhersehbar und rebellisch. Ungefähr ein Vierteljahrhundert später führte Gustav Mahler die ersten Federstriche für seine 5. Sinfonie aus. Anima pickte sich das unvergessliche Adagietto heraus: ein Liebeslied ohne Worte. Die Lieder eines fahrenden Gesellen führen direkt in das Herz von Mahlers Universum. Mit Volksmelodien und Texten aus eigener Hand skizziert er die spirituelle Reise eines jungen Mannes mit einem gebrochenen Herzen. Liegt Mahlers Meisterschaft im Orchesterlied, brilliert Hugo Wolf im intimen Lied mit Klavier. Schulter an Schulter mit Bariton Thomas Bauer präsentiert Anima einen Abend wie ein großes Crescendo, von der dramatischen Aubade bis zum sinfonischen Höhepunkt.